Am 27.02. trafen sich die Senioren und Masters (ab 35 Jahre) des Bezirkes Rhein-Neckar im Sportpark beim AC Weinheim zu den Bezirksmeisterschaften 2016.
Vom AC Neulußheim waren insgesamt 7 Heber angetreten. Diese waren bei den Senioren Celine Kästner, Tobias Vetter, Manual Hartmann, Kevin Bauder und Alexander Bickel. Bei den Masters Jens Mergenthaler (AK1) und Reinhard Kästner (AK4). Krankheitsbedingt mußten leider Andor Vogel, Ernst Salzborn und Gerhard Gund ihre Teilnahme kurzfristig absagen.
Celine Kästner startete bei den Frauen in der Gewichtsklasse bis 53kg und stellte mit 24kg im Reißen und 35kg im Stoßen neue persönliche Bestleistungen auf und sicherte sich damit auch den Meistertitel in Ihrer Klasse.
Tobias Vetter startete in der starken Klasse bis 85kg, hob 82kg im Reißen, 102kg im Stoßen und erreichte damit den 2. Platz hinter seinem Konkurrenten vom ASV Ladenburg. Alexander Bickel und Kevin Bauder hoben beide in der Klasse bis 105kg. Alexander Bickel brachte dabei 80kg im Reißen und 105kg in die Wertung was den 1. Platz bedeutete, gefolgt von Kevin Bauder der mit neuen Bestleistungen von 70kg im Reißen und 90kg im Stoßen den 2. Platz erreichte.
Manuel Hartmann, erst 1 Woche wieder im Training, entschied kurzfristig teilzunehmen. Er profitierte etwas von der Schwäche seines Kontrahenten aus Heinsheim und sicherte sich ebenfalls den Meistertitel im Superschwergewicht (über 105kg). Bei den Masters erreichte zunächst Reinhard Kästner bei seiner ersten Teilnahme in der Altersklasse 4 bis 85kg den Meistertitel mit neuen persönlichen Bestleistungen von 60kg im Reißen und 88kg im Stoßen. Diesem folgte Jens Mergenthaler der nach 10 monatiger Verletzungspause seinen ersten Wettkampf bestritt und mit 110kg im Reißen und 130kg im Stoßen ebenfalls den Meistertitel in der Altersklasse 1 bis 94kg gewinnen konnte.
Somit brachten die Heber um Trainer Michael Jäger 5 Meistertitel, zwei 2. Plätze und den Mannschaftssieg mit nach Hause. Der AC Neulußheim gewinnt damit den Wanderpokal des Bezirks Rhein-Neckar und zusätzlich ein 5l Faß Eichbaum.
Das wird mit Sicherheit bei der Saisonabschlußfeier am 04.03.2016 gebraucht.

 

Am Fastnachtssamstag traf sich der Gewichthebernachwuchs des Bezirkes Rhein-Neckar beim TSV Heinsheim zu den Bezirksmeisterschaften Kinder-Schüler-Jugend 2016.
Vom AC Neulußheim waren zwei Nachwuchsheber am Start und konnten dabei einen Bezirksmeistertitel und einen 2. Platz erreichen.
Den Meistertitel erreichte Leon Schaaf bei den Schülern A (15 Jahre). In der Gewichtsklasse bis 56 kg konnte sich Leon mit neuen Bestleistungen von 42 kg im Reißen und 62 kg im Stoßen die Goldmedaille sichern. Mit dieser Leistung erzielte er 27,0 Relativpunkte und war damit auch der beste Heber in seinem Altersbereich (Schüler A) was ihm eine zusätzliche Ehrung einbrachte.
Als zweiter Heber für den AC Neulußheim startete Henrik Kästner. In der Altersklasse Jugend (16+17 J.) konnte er sich in der Klasse bis 77kg den Vizetitel erkämpfen. Mit einer neuen Bestleistung im Reißen von 62kg, setzte er im zweiten und dritten Versuch im Stoßen alles auf eine Karte und versuchte mit 93kg ebenfalls den Meistertitel zu erringen. Er konnte die Last jeweils umsetzen aber leider nicht ausstoßen. So gingen 83kg aus dem ersten Versuch in die Wertung ein, was ihm den zweiten Platz und lobende Worte des anwesenden Landestrainers Peter Immesberger sicherte. Dieser war zur Sichtung der Nachwuchsheber und Heberinnen vor Ort und verfolgte alle Versuche per Videoanalyse.
Nach der Veranstaltung zeigte sich Trainer Michael Jäger sehr zufrieden mit den gebotenen Leistungen und der technischen Ausführung.
 

 

ENTORCH besucht die Neulußheimer Gewichtheber
Im April war der Geschäftsführer der Hockenheimer Firma ATHAREL Enterprises Till Backfisch zu Gast beim AC Neulußheim, um die ENTORCH Produkte den interessierten Mitgliedern vorzustellen.
ATHAREL Enterprises ist ein innovatives Unternehmen, das Hightech-Bekleidung für Sportler entwickelt und ausschließlich in Deutschland produziert. Dabei vertraut und baut sie auf beste Kontakte zu Leistungssportlern, der Wissenschaft und Medizin sowie der Wirtschaft.
Die Gewichtheber hatten Till Backfisch in die Trainingsräume eingeladen, der dieser Einladung sehr gerne und prompt nach kam. Nach einer kurzen Vorstellung der Idee und der ENTORCH Produkte, konnte jedes interessierte Mitglied Shirts und Hosen aus der Kollektion anprobieren.
Für Till Backfisch war dies auch eine Möglichkeit die Bekleidung erstmalig im Gewichthebersport einzusetzen und er hat uns daher ermöglicht, die Kompressionskleidung 14 Tage auf Herz und Nieren zu testen.
Dafür möchten wir uns recht herzlich bedanken.
Weitere Informationen unter www.entorch.de.

 

 

„Können nur gemeinsam gewinnen“

Von unserem Redaktionsmitglied Meena Stavesand

Der Teufel liegt im Detail. Auf die korrekte Ausführung achtet Trainer Michael Jäger vom AC Neulußheim genau. Technische Fehler können nämlich fatale Folgen haben. Es geht bei den Gewichthebern, die sich mindestens dreimal die Woche im Haus der Feuerwehr in Neulußheim treffen, schließlich um mehr als das eigene Körpergewicht, das sie stemmen.
Jens Mergenthaler stößt mit seinen 94 Kilogramm in seiner besten Phase des Trainings 135 Kilo nach oben. Das sei aber eher Anfängerniveau, sagt er kritisch. „Ein Weltklassestoßer schafft bei 94 Kilo Eigengewicht locker über 200 Kilo – da kommt’s aber auch aufs Alter an. Die Kraftsportler sind dann jedoch figürlich lang wie breit“, schiebt er nach und lacht. Der ganze Körperbau und die Muskulatur haben sich bei Profis auf die Belastung eingestellt.
Dass Gewichtheben positive Effekte auf den Körper hat, ist dem 35-Jährigen vom ACN wichtig. „Letztes Jahr war ich in Mexiko im Urlaub und eine Frau sprach mich an, ob ich Sport treibe – und wenn ja, welchen.
Denn sie hat als Physiotherapeutin gesehen, dass ich der Einzige in der Reisegruppe war, der gerade stand und die Schultern zurückgezogen hatte.“ Ungewöhnlich, aber gleichzeitig sehr erfreulich fand das nicht nur die Urlauberin, sondern auch Mergenthaler selbst, der sich bestätigt sah. „Wir wollen die Vorurteile, dass Gewichtheben wegen der schweren Belastung, gesundheitsgefährdend sei, ausmerzen.“
Mit einem Artikel einer Fachzeitschrift vom Bundesverband Deutscher Gewicht- heber verstärkte er die These. Wissenschaftliche Studien würden mittlerweile belegen, dass die Randsportart gut für Körper und Geist sei. Jens Mergenthaler, der erst
sehr spät mit dem Gewichtheben mit 29 Jahren angefangen hat und dies nach eigener Aussage bereut, zitiert aus dem Bericht: „Es gibt weitreichende positive Effekte auf die Gesundheit durch Krafttraining. Hierzu zählen Verbesserungen des Knochenwachstums, der Körperzusammensetzung, der Leistungsfähigkeit von Muskulatur und Herz-Kreislauf-System, der psychischen Stabilität bis hin zur Prävention von Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen.“
Der Neulußheimer könnte so immer weiter erzählen, er ist begeistert von „seinem“ Sport, der anscheinend auch noch jung hält. Denn Ernst Salzborn ist fast schon eine Legende – nicht nur für die Neulußheimer. Der 73-Jährige steht immer noch zwischen den beiden Podesten, auf der die riesige Hantel liegt. Sobald der Heber sie nach oben gebracht hat, lässt er sie fallen. Nichts für empfindliche Ohren. Leisetreter sind Gewichtheber nicht. Laut geht es nämlich zu im Trainingsraum im Keller des Feuerwehrhauses in Neulußheim an der Kornstraße. Immer wieder rasseln die Gewichte aneinander, wenn die Sportler die Stange fallen lassen. Das 16-wöchige Training, das sich in drei Etappen (Grundlagen-, Aufbau- und  Maximalkraftphase) aufteilt, schult nicht nur die Technik, sondern lässt den Sportler auch in seinen Leistungen reifen. Langsam steigern sie sich und machen zeitweise auch nur Krafttraining ohne Gewichte zu stemmen. Aber das Hauptaugenmerk liegt für Trainer Michael Jäger auf der Ausführung. Nicht nur wegen der Gesundheit. Bei technischen Fehlern werden im Wettkampf Punkte abgezogen. „Das kann schon mal wegen eines kleinen Verdrehers sein“, erklärt Mergenthaler, wie wichtig Genauigkeit bei dieser vermeintlich groben Sportart ist.
Teamgeist steht im Vordergrund
Harte Jungs findet man bei den Gewichthebern natürlich, ihre Muskeln lassen sie allerdings nur für den Sport spielen. Vor allem der Teamgeist steht im Vordergrund. Das gefällt Lars-Robin Eisinger besonders gut an der Truppe. „Der Ehrgeiz wird gesteigert, weil wir nur gemeinsam gewinnen können“, macht er deutlich, dass Gewichtheben den Mannschaftssportarten in nichts nachsteht. Obwohl er erst ein Jahr dabei ist, hat er sich von Anfang an super in die Gruppe integriert. Alle ziehen
hier an einem Strang. Darum hat es ihn auch nicht entmutigt, dass er sich schon zweimal die Stange „an die Kinnlade gehauen hat, was ordentlich weh tat“. Er mag generell lieber Reißen statt Stoßen, was ungewöhnlich ist: „Den meisten gefällt
eher das Stoßen“, spricht Jens Mergenthaler fürs Team. Das hat auch Metahan Arici (Bild) gemerkt, der extra aus Kronau kommt, um mit den Neulußheimern zu trainieren. Er entpuppte sich als wahres Naturtalent, wie Trainer Jäger bestätigt. Erst seit ein paar Monaten dabei macht er richtig große Fortschritte und ist eine der Hoffnungen des AC Neulußheim in der nächsten Saison in der Bezirksliga, die im September startet.

Im Januar ging die aktuelle Runde für die Gewichtheber zu Ende. Bis September wird nun fleißig trainiert, um fit in die Saison zu starten. Bis dahin hoffen Trainer wie Mannschaft auf viele neue Gesichter, die den Verein unterstützen.
ena
© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 27.03.2014